FAIS: Auf der Suche nach dem magischen Kind

Das Gasthaus an der Handelsstraße

Viele neue Gesichter

Bevor wir wieder aufgebrochen sind vom Stamm des weißen Rosses, bekam jeder von uns noch Geschenke. Bei mir war’s ein spezielles Seil, dünner als mein bisheriges, aber deutlich tragfester. Cool! Aki hat ein paar bunte Bänder bekommen, dass jeder ihn sofort als Freund vom Stamm des weißen Rosses erkennen kann. Ida hat sie ihm gleich in die Haare geflochten. Ida selber hat eine Trommel bekommen, und sie hat die nächsten Tage gleich immer auf der neuen Trommel geübt, brrr … !
Kenya, die uns jetzt ein Stück weit begleitet, bekam außer guten Wünschen nix mehr. Die kann aber auch froh sein darum, hier überhaupt noch ungeschoren davonzukommen, nach dem, was sie hier getan hat!

Wir sind Ivan gefolgt, Ida hat irgendwas davon gesagt, dass es der 1.6. (August) 296 wäre, wo wir hier weg sind. Ivan hat uns ungefähr nach Nordwesten geführt, wo wir nach fünf Tagen auf die große Handelsstraße getroffen sind, und gleich auf das einzige Gasthaus weit und breit! Der Söldnerhauptmann scheint schon zu wissen, wo er hin muss!

Weil wir kein Geld dabei hatten, haben wir den Wirt gefragt, ob er uns dafür, dass Ida Geschichten erzählt und Musik macht, uns einen Schlafplatz und ein bissel was zum Essen und Trinken geben kann. Der Wirt ist wirklich freundlich gewesen und hat uns das machen lassen! Toll!
Der Wirt ist übrigens ein Ork! Sowas haben wir noch nie gesehen! Der ist auch sonst voll nett gewesen! Hrlok heißt er übrigens.

Außer uns ist noch eine Handelskarawane aus dem Osten dagewesen. Und ein bisschen später ist ein Orkkrieger reingekommen! Der war noch größer als der Wirt und wirklich total grün! Wir haben alle geschaut, und Aki ist gleich zu ihm hin und hat ihm ein Bier gebracht und hat mit ihm ein bissel geredet. Der Ork war aber ziemlich brummig. Da ist mir der Wirt schon deutlich lieber, der hat den Krieger auch nicht gemocht! Der ist auch nicht ganz so grün. Naja, immerhin hat Aki erfahren, dass der Orkkrieger Druuk heißt, und es hat sich herausgestellt, dass er nach seiner Frau sucht.

Während Ida sich auf ihren Auftritt vorbereitet hat und ich und Kenya ein wenig mit dem Wirt geschwätzt, ist Aki zu einem der Händler hin und hat ihn zu einer Partie Wurfzabel herausgefordert. Der Typ hat Aki anscheinend nicht so richtig ernst genommen, jedenfalls ist er drauf eingegangen, hat sich ziemlich aufgeblasen – und hat verloren!
Dadurch haben wir wieder ein bissel Geld, hat sich voll rentiert!

Vom Wirt habe ich währenddessen erfahren, dass die nächste Stadt Brückstadt heißt, und dass die nicht umsonst so heißt, weil sie komplett auf zwei Brücken über einen großen Fluss, der Leah heißt, gebaut ist. Mir ist da ein bissel mulmig geworden, was macht man denn, wenn da was von den Brücken einstürzt?! Möchte gar nicht wissen, was Aki dazu sagt …

Mit dem neuen Geld haben wir uns dann noch ein richtiges Zimmer geleistet, so dass wir nicht in den Schlafsaal hätten müssen. Eine weitere Reisegruppe mit Händlern ist angekommen, und Ida hat Geschichten erzählt. Wir haben ja schon die meisten gekannt, und ich muss sagen, dass ich die von Ida schon besser gehört habe.
Den Leuten hat’s aber trotzdem ganz gut gefallen, und der Wirt war auch zufrieden.

Zu dem Schnösel-Kaufmann, den Aki schon ausgenommen gehabt hat, ist dann so ein etwas zwielichtiger Typ gegangen, hat ihm irgendwas gezeigt, und die beiden haben auch nochmal das Wurfzabel-Spielen angefangen. Der Kaufmann hat gewonnen, wobei sich der komische Fremde aber gar nicht so wirklich drüber geärgert hat, dass er dem Kaufmann jetzt ein kleines Kästchen hat geben müssen, das ziemlich verziert war, aber auch recht staubig ausgesehen hat. Hmmm, komisch …

Das Kästchen hat ein Diener von dem Kaufmann sofort weggebracht auf das Zimmer, wo die waren. Mich hat’s interessiert, da bin ich später raufgeschlichen, hab’ zielsicher die Suite von dem Heini gefunden und mir das Kastel mal näher angesehen.
Hab’ es nicht aufmachen können, und irgendwie anders auf- und wieder zumachen ist auch nicht gegangen. Hab’s deswegen nur angeschaut und ein wenig geschüttelt. War ziemlich erdig.

Wieder drunten war mir langweilig, und ich hab’ ein Gespräch zwischen dem komischen Fremden und dem Diener von dem Kaufmann belauscht. Der hat irgendwas davon gesagt, „… vor Mitternacht für Reichtum, nach Mitternacht für langes Leben …“ Ich hab’ das sehr interessant gefunden, hab’ überlegt, mir das Ding nochmal zu holen zum Anschauen. Und meine linke Hand hat gejuckt, was Kenya irgendwie bemerkt hat. Brummel …
Jedanfalls haben Aki und Kenya das Kästchen auch ganz interessant gefunden, und wir haben beschlossen, dass ich das Ding hole und auf unser Zimmer bringe, wo wir’s genauer anschauen können. Ida war das alles zu gefährlich, die hat das nicht mitmachen wollen.

Ich hab’ dann halt das Kästchen geholt und zu den anderen gebracht. Viel weitergekommen sind wir nicht, Aki ist aber aufgefallen, dass der Goldschmuck, der da eingearbeitet war, aussieht wie alte Schriftzeichen. Ich hab’ mich erinnert, dass da in dem Zimmer von dem Kaufmann in einem Stapel Bücher so ’n Buch gelegen ist, wo ähnliche Zeichen hatte. Das habe ich auch noch schnell geholt.
Aki hat das Buch und das Kästchen nochmal gründlich angeschaut, und hat gemeint, die Schriftzeichen sind altarmaisch auf dem Kästchen, und dass das Buch uns nicht weiterhilft, weil die Schriftzeichen darin zu neu sind. Naja …

Weil wir nicht so recht weitergekommen sind, haben wir beschlossen, dass wir das Kästchen und das Buch zurückbringen und schauen, was der Kaufmann damit macht. Beim Zurückbringen hat mich Aki gewarnt, dass Leute kommen – ich hab’ mich grad so nochmal unter dem Bett verstecken können.
Der Kaufmann ist mit seinem Diener gekommen und hat ihm gesagt, dass er wegen dem Kästchen in ein paar Stunden geweckt werden will, wenn im Gasthaus nix mehr los ist. Da hab’ ich mir gedacht, toll, wir wollen eh sehen, wie das weitergeht, da kann ich gleich da bleiben und das Kästchen sozusagen bewachen. Ich hab’ auch ein bisschen geschlafen, bis der Diener wieder gekommen ist. War übrigens nach Mitternacht.

Die zwei sind zusammen mit dem Kästchen raus und die Treppe runter. Ich hab’ den anderen Bescheid gegeben, die waren noch wach, und Ida hat jetzt auch mitgemacht! Super! Ich bin den zwei durchs Haus nach, die anderen haben mein neues Seil genommen und sind durchs Fenster raus.
Die zwei haben das Kästchen nicht weit von der östlichen Veranda vom Haus vergraben. Wir haben gewartet, bis sie wieder im Haus waren, und haben das Kästchen wieder ausgebuddelt und mitgenommen. Aki hat stattdessen ein Pferdeapfel und einen Zettel reingelegt. Da wächst nächstes Jahr das Gras sicher besonders gut! Hihi …

Wir haben das Kästchen mitgenommen und sind schlafen gegangen. Am nächsten Morgen beim Frühstück hat der Kaufmann ganz normal gewirkt, der Fremde aber ist recht blass gewesen und hat alle Leute argwöhnisch beobachtet. Aki hat ihm zugeprostet, was den aber nicht weiter interessiert hat. Er ist dann irgendwann verschwunden und wohl auf sein Zimmer gegangen.

Wir sind im Anschluss aufgebrochen, sind Ivan gefolgt und tatsächlich elf Tage später in Brückstadt angekommen. Das sieht tatsächlich so seltsam aus, wie Hrlok erzählt hat, und Aki hat eine Leichenbittermiene gezogen. Kenya hat uns ein wenig über die Stadt erzählt. Sie bleibt jetzt wohl hier.
Wir müssen uns wohl oder übel eine Unterkunft für die Nacht in dieser seltsamen Stadt suchen. Mal sehen, wie das wird …

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Finrod

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